Teilkomponente MINTplus Vernetzung

Teilkomponente MINTplus Vernetzung

Im Rahmen des Projekts MINTplus wird ein verpflichtender Vernetzungsbereich für alle Lehramtsstudierenden mit neuen, interdisziplinären Studienmodulen zur MINT-Profilierung des gymnasialen Lehramtsstudiums eingeführt. Dieser Vernetzungsbereich enthält einen Pflicht- und einen Wahlpflichtbereich.

Die Pflichtmodule

Das Pflichtmodul „Mathematik als gemeinsame Sprache der Naturwissenschaften“ wird von allen Studierenden, die mindestens ein MINT-Fach im Lehramtsstudium an Gymnasien belegt haben, in der Studieneingangsphase im ersten Semester belegt. In dem Modul werden anhand von fachübergreifend relevanten mathematischen Themen im Wechselspiel von Inhalt und Reflexion Bedeutung und Funktionsweise der Mathematik als gemeinsame Sprache der Naturwissenschaften vermittelt. Damit sollen die Verwendung der Mathematik im eigenen Fach unterstützt und reflektiert sowie Bezüge zu anderen MINT-Fächern hergestellt werden. Letzteres soll insbesondere die Nachhaltigkeit im späteren naturwissenschaftlichen Unterricht durch Ansätze zur fachübergreifenden Vernetzung befördern. Die Veranstaltung soll ein grundlegendes Verständnis der Rolle der Mathematik als Sprache der Naturwissenschaften und ihrer Rolle in der Modellbildung, ihrer Möglichkeiten und Grenzen vermitteln und nicht zuletzt soll sich die gemeinsame Auseinandersetzung mit Mathematik als Bindeglied zwischen den verschiedenen MINT-Fächern identitätsstiftend für die Studierenden des Lehramts auswirken.
Bei einer Fächerkombination, die kein MINT-Fach enthält, wird das Modul „Zentrale Ideen und Werkeuge MINTplus“ zum Pflichtmodul und das Modul „Mathematik als gemeinsame Sprache der Naturwissenschaften“ zum Wahlpflichtmodul.

Im Pflichtbereich sind außerdem die beiden grundwissenschaftlichen Module „Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung“ sowie „Medienpädagogik“ zu belegen.

Im Modul „Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung“ wird die globale Realität von Nichtnachhaltigkeit in eine sachlich kritische Beziehung zu einem umfassenden Verstehen der MINT-Fächer gestellt. Den LaG-Studierenden werden Einsichten in die Entstehungs- und Begründungszusammenhänge sowie die gesellschaftlich-kulturelle Dimension der Verwendungs- und Verwertungszusammenhänge von MINT, als Bedingung für die kritische Reflexion einer Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt. Dabei sind sowohl die disziplinäre, wie auch interdisziplinäre Dimension nachhaltiger Entwicklung zu erfassen sowie deren Relevanz für unterrichtliches Handeln.

Das Modul „Medienpädagogik“ zielt auf den Aufbau professioneller pädagogischer Handlungskompetenz von Lehrkräften in einer von digitalen Medien geprägten Kultur ab. Wissensbasierte Auseinandersetzungen mit dem Wandel der Bildung durch digitale Medien werden im Modul durch gestaltungs- und transferorientierte Elemente ergänzt. Das Modul umfasst drei Teilbereiche: Wissensorientierung, Analyse und Entwurf und Gestaltung.

Die Wahlpflichtmodule

Neben den drei Pflichtmodulen stehen sechs MINT-bezogene Module in einem Wahlpflichtkatalog zur Verfügung, die zur fachübergreifenden Förderung von fachlichen, fachdidaktischen und grundwissenschaftlichen Kompetenzen beitragen sollen. Ein Modul muss aus diesem Katalog gewählt werden.

Das Modul „Zentrale Ideen und Werkzeuge MINTplus befähigt die Studierenden in der Rolle von Lehrenden, interdisziplinäre Projekte zu planen, zu erproben und abschließend zu reflektieren. Ziel ist es, die weiteren fachlichen und fachdidaktischen Zusammenhänge im Studium in Hinblick auf die schulische Vermittlung in den Fokus zu nehmen.

Das Modul „Fachsprachen MINTplus in mehrsprachigen Klassen“ hat zum Ziel, die Studierenden im Bereich der Sprache für ihren zukünftigen Beruf in Bezug auf beide gewählten Fächer zu sensibilisieren und ihnen fachsprachenlinguistische Grundlagen und entsprechendes didaktisches Basiswissen zu vermitteln. Die Studierenden sollen Sprache als Ausdruck und Werkzeug fachlichen Denkens kennen und anwenden lernen. Das im Seminar erworbene theoretische Wissen soll durch verschiedene Aufgaben und kleinere Teilprojekte konkretisiert und auf die praktische Anwendung im Unterricht ausgerichtet werden.

Im Modul „Philosophie der Lebenswissenschaften“ wird in wesentliche Themengebiete der Philosophie der Biologie bzw. der Lebenswissenschaften, wie Vitalismus und Konzeptionen des Lebendigen oder auch Evolutionstheorie eingeführt, sodass Studierende der MINT-Fächer eine geisteswissenschaftlich-philosophische Perspektive auf naturwissenschaftliche Fächer einnehmen und ihr zukünftiges Fach mehrperspektivisch diskutieren können. Die Studierenden erwerben die Kompetenz, gegenwärtige Problemstellungen der Lebenswissenschaften in historischen und wissenschaftsphilosophischen Zusammenhängen zu verorten. Die Auseinandersetzung mit philosophischen Positionen, Argumentationsstrategien und Methoden wird geschult.

Die „Technikphilosophie“ dient der Erarbeitung fachspezifischer Kenntnisse und Fähigkeiten auf den Gebieten der Klassischen Technikkonzepte, Technik und Natur oder auch Kulturpessimismus/Technikkritik und soll die Reflexion auf spezifische Technikentwicklungen ermöglichen. Die Studierenden überblicken Techniktheorien und ihre Problemlagen in historischer und systematischer Hinsicht; sie können methodische Zugriffe (etwa der Informatik, des Maschinenbaus, der Nanotechnologie, der Arbeitswissenschaft) in ihrer Unterschiedlichkeit erfassen und deren Leistungen und Grenzen reflektieren; sie können Standards technischer Rationalität relativ zu ihrer kulturellen Einbettung typisieren, Bedingungsfaktoren technischen Wandels/Wechselwirkung kultureller, sozialer, ökonomischer sowie politischer Determinanten analysieren und das Verhältnis technischer und ästhetischer Qualitäten des Künstlichen freilegen.

Im Modul „Digitalität in der Praxis der Geisteswissenschaften“ erfolgt die Vermittlung von Kenntnissen bzw. Fähigkeiten und Fertigkeiten im Hinblick auf die didaktische Nutzung von Verfahren und Methoden der Digital Humanities sowie digitaler Inhalte bzw. Untersuchungsgegenstände. Das Modul bringt angehenden Lehrerinnen und Lehrern digitale Analysemöglichkeiten näher und erarbeitet Anwendungsmöglichkeiten für einen Deutschunterricht, der mit Informatik angereichert und offen für fächerübergreifende Projektarbeiten ist. In interdisziplinären Seminaren lernen Studierende, digital-geisteswissenschaftliche Tools didaktisch einzubinden und deren Anwendung kritisch auf möglichen Mehrwert hin zu reflektieren. Dadurch wird die nächste Schülergeneration nicht nur auf eine zunehmende Digitalisierung ihrer Lebenswelt vorbereitet, sondern erfährt zudem, dass Kulturgüter in dieser digitalisierten Welt einen festen Platz haben und durch moderne Technologien inhaltlich bereichert und verfügbar gemacht werden können.

Ziel des Moduls „Körper und Bewegung – biomechanische und anatomisch-physiologische Aspekte“ ist es, Wissen um sportmedizinische Inhalte und Zusammenhänge zu vermitteln. Dabei sollen die Studierenden vor allem lernen, sportmedizinische Kenntnisse in ihrer fachlichen und überfachlichen Bedeutung zu beurteilen. Des Weiteren werden Ansätze, Methoden und Erkenntnisse der Bewegungswissenschaft beleuchtet und interdisziplinäre Verbindungen zwischen der Bewegungswissenschaft und anderen Disziplinen aufgezeigt.