Tagung MINTplus²

Das Projekt MINTplus²: Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität wird seit 2019 in der zweiten Förderphase durch die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ des BMBF gefördert und zielt darauf ab, die beiden Lehramtsstudiengänge des gymnasialen (LaG) und des beruflichen Lehramts (LaB) an der TU Darmstadt zu profilieren.

Wir laden interessierte Akteur*innen der Lehrerbildung herzlich ein, sich auf der Tagung MINTplus² am Donnerstag, den 25.02.021, und Freitag, den 26.02.2021, über die bisher durch das Projekt erzielten Ergebnisse zu informieren und gemeinsam darüber zu diskutieren.

Der erste Tagungstag widmet sich der Digitalisierung im Lehramtsstudium (LaG und LaB) und dem Vernetzungsbereich (LaG):

Vorgestellt werden innovative Ansätze rund um die Digitalisierung in der Lehrer*innenbildung und bezüglich der Weiterentwicklungen der Studiengänge des beruflichen Lehramts. Prof.’in Dr.‘in Mandy Schiefner-Rohs stellt in ihrem Keynotevortrag „Lehrer*innenbildung im digitalen Wandel – der Weg ist das Ziel“ die Frage wie wir zukünftig lehren und lernen wollen? Daran anschließend gewähren Projektmitarbeiter*innen und Studierende in drei Workshops Einblicke in Unterrichtskonzepte und digitale Lehr- und Lernmaterialien, in die digitale Studieneingangsphase und das neuartige fachdidaktische Projektstudium (beides LaB).

Im zweiten Thementeil lernen Sie die Ziele und Inhalte des interdisziplinären Vernetzungsbereichs des gymnasialen Lehramtsstudiums an der TU Darmstadt kennen. Anhand der drei zentralen 'Ankerthemen' „Erkenntnis und Modell“, „Medien“ und „Sprache“ wird disziplinübergreifendes Verstehen erläutert und Sie haben die Möglichkeit, sich intensiv mit den Modulverantwortlichen in Diskussionsforen über den Vernetzungsbereich und die Ankerthemen auszutauschen.

Der zweite Tagungstag ist dem Thema Heterogenität in der Lehrer*innenbildung gewidmet. Präsentiert werden ausgewählte Ergebnisse der im Rahmen von MINTplus² realisierten, differenzreflexiven Professionalisierung angehender Lehrer*innen entlang der gestuften Praxisphasen I bis III. Prof.‘in Dr.‘in Annedore Prengel trägt in ihrem Keynotevortrag „Anerkennung von Verschiedenheit – Dimensionen von Heterogenität in der Bildung“ zentrale Elemente einer empirisch fundierten Theorie der Differenz vor und stellt Möglichkeiten der Pädagogik der heterogenen Lerngruppe zur Diskussion. Daran anschließend zeigen Fachdidaktiker*innen der Physik, Geschichte und der Sportwissenschaften in drei parallel stattfinden Workshops auf, wie sie verschiedene Dimensionen von Heterogenität in der Lehrpraxis reflektieren und adressieren. Im vierten Workshop „Diversity goes Digital – Lebende Bibliothek online“ werden Begegnungen zwischen 'Minderheiten' und Menschen ermöglicht, die (sich) zur Mehrheitsgesellschaft zählen.

Anmeldung:

Mit diesem Link gelangen Sie zur Anmeldung.

Online-Tagung:

Die Tagung findet online über die Tagungsplattform Virtual Venue statt. Als Videokonferenztools werden Zoom und Big Blue Button verwendet.

Ein paar Tage vor der Konferenz erhalten Sie einen Link zur Virtual Venue und können sich dort einloggen und bereits eingestelltes Material ansehen.

Fragen:

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dr. Yvonne Bachmann (Projektkoordination MINTplus²)
E-Mail:
Telefon: 06151-1623631

Download des Programms und der Abstracts.

Donnerstag, 25.02.2021

10:00 – 10:30 Eröffnung
Projektleitung MINTplus²
Prof.‘in Dr. Birgit Ziegler
FB Humanwissenschaften, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik (TU Darmstadt)
10:30 – 12:00 Keynote Vortrag mit anschließender Diskussion
Lehrer*innenbildung im digitalen Wandel – der Weg ist das Ziel
Prof.’in Dr. phil. Mandy Schiefner-Rohs
Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Schulpädagogik, FB Sozialwissenschaften (TU Kaiserslautern )
12:00 – 13:00 Pause
13:00-13:15 Grußwort
Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Diversität der TU Darmstadt
Prof. Dr. Heribert Warzecha
13:15-15:15 Digitalisierung
Prof’in Dr. Birgit Ziegler, Prof’in Dr. Petra Frau Grell
FB Humanwissenschaften, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik (TU Darmstadt)

Einführung in die Digitalisierung

3 parallele Workshops (a 30 Minuten) im Wechsel zu folgenden Themen:
Digitalisierung als Querschnittsthema in der Lehrer*innenbildung
Marcella Haller
Digitale Studieneingangsphase
Danielle Suhr
Fachdidaktisches Projektstudium
Tobias Hallenberger
15:15 – 15:30 Pause
15:30 – 17:30 Vernetzung
Prof. Dr. Burkhard Kümmerer
FB Mathematik (TU Darmstadt)

Einführung in die Vernetzung

Ankerthemen:
„Erkenntnis und Modell“
Prof'in Dr. Andrea Rapp, Prof. Dr. Karsten Weihe, Jana Tampe, Christine Winkler
„Medien“
Prof. Dr. Josef Wiemeyer, Miriam Grabarits, Marcella Haller, Seher Hüner
„Sprache“
Prof. Dr. Burkhard Kümmerer, Sandra Lang, Lea Luise Kimmerle, Andreas Brenneis, Svana Esche

Diskussionsforen der Ankerthemen (parallel):
„Erkenntnis und Modell“
„Medien“
„Sprache“
17:30 – 17:45 Pause
17:45 – 18:15 Bilanzierung und Ausblick auf den nächsten Tag

Freitag, 26.02.2021

*Alle Referent*innen mit Ausnahme der Keynote-Speaker*innen sind Mitarbeiter*innen der TU Darmstadt
09:00 – 09:15 Begrüßung
Dr. Olga Zitzelsberger, Florian Klenk, Lea Belz
FB Humanwissenschaften, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik (TU Darmstadt)
09:15 – 10:45 Keynote Vortrag mit anschließender Diskussion
Anerkennung von Verschiedenheit – Dimensionen von Heterogenität in der Bildung
Prof.’in em. Dr. Annedore Prengel
Erziehungswissenschaftlerin, Seniorprofessorin der Goethe-Universität Frankfurt am Main
10:45 – 11:15 Pause
11:15 – 13:30 Workshops: Heterogenität in den Fachdidaktiken (parallel)
WS 1: Diese Aufgabe verstehe ich nicht! – Heterogenität beim Physiklernen
Dr. Thomas Trebing, Prof.'in Dr. Verena Spatz
WS 2: Differenzreflexive Sportdidaktik: „Das kann wirklich nicht jeder!“
Dr. Kathrin Schulz, Dr. Olga Zitzelsberger
WS 3: „Race, Class, Gender und Co. – Diversität im Geschichtsunterricht“
Dr. Detlev Mares, Miriam Grabarits
WS 4: Diversity goes Digital – Lebende Bibliothek online
13:30 – 14:00 Bilanzierung und Ausblick

Lehrer*innenbildung im digitalen Wandel – der Weg ist das Ziel

Prof.’in Dr. phil. Mandy Schiefner-Rohs, Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Schulpädagogik (TU Kaiserslautern)

Digitalisierung durchdringt unseren gesamten Alltag und stellt die Schule nicht erst seit der Corona-Pandemie vor vielfältige Herausforderungen. Dies macht auch vor der Lehrerbildung keinen Halt. Herausfordernd ist allerdings dabei: Unter diesem Schlagwort werden ganz unterschiedlichste Dinge verhandelt. Die zentralste Frage lautet: Wie wollen wir lehren und lernen und welche Aufgaben haben Schule und (angehende) Lehrer*innen in der aktuellen Gesellschaft? Dies stellt der Beitrag in den Vordergrund und reflektiert ausgehend davon, welche Implikationen dies für die Gestaltung von Lehrer*innenbildung hat.

Zurück zum Programm

Anerkennung von Verschiedenheit – Dimensionen von Heterogenität in der Bildung

Prof.‘in em. Dr. Annedore Prengel, Erziehungswissenschaftlerin, Seniorprofessorin der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Mit der Kategorie der „Heterogenität“ wird eine Perspektive eröffnet, in der verschiedenes anerkannt und einander nicht untergeordnet wird. Dabei geht es um die Gleichberechtigung verschiedener Personen und Gruppierungen sowie verschiedener Lebensformen, Lernweisen und Lerngegenstände. Der Vortrag führt ein in zentrale Elemente einer empirisch fundierten Theorie der Heterogenität und erläutert erziehungsgeschichtliche Hintergründe. Möglichkeiten der Pädagogik der heterogenen Lerngruppe werden zur Diskussion gestellt. Dabei werden Aspekte der MINT-Fächer besonders berücksichtigt.

Zurück zum Programm

Digitalisierung als Querschnittsthema in der Lehrer*innenbildung

Marcella Haller (Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Zukünftige Lehrer*innen sind herausgefordert, digital gestützte Lehr-Lernsituationen entsprechend ihrer Fachkultur zu entwickeln und damit gleichermaßen sowohl das Lernen in heterogenen Gruppen anzuregen, als auch Schüler*innen auf ihrem Weg zur digitalen Kompetenz zu unterstützen. Die kompetente Verbindung und Vernetzung pädagogischer, insbesondere mediendidaktischer und fachdidaktischer Erkenntnisse, wird mit dem Teilprojekt „Professionalisierungsschiene Digitalisierung“ fokussiert. Im Rahmen dieses Teilprojektes finden regelmäßige Veranstaltungen (Workshops, Lehrveranstaltungen, Seminareinheiten) statt, in denen Studierende kollaborativ digitale Lehr- und Lernmaterialien entwickeln. Dabei finden die Studierenden besonders in der jährlichen Tagung „Digital phänomenal – Perspektiven in der Lehrer*innenbildung“ eine Plattform zur Präsentation, Austausch und Reflexion mit Akteur*innen der Lehrer*innenbildung sowie praktizierenden Lehrkräften. Dieser Beitrag gewährt konzeptionelle Einblicke und berichtet insbesondere über die Erfahrungen und Produkte aus studentischer Perspektive.

Digitale Studieneingangsphase im Studium Lehramt an beruflichen Schulen

Danielle Suhr (Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Die Studienanfänger*innen stehen im digitalen Wintersemester 2020/2021 besonderen Herausforderungen, wie einer erschwerten sozialen Vernetzung und veränderten Lehr-Lernformaten, gegenüber. Die digitalen Angebote in der Studieneingangsphase in Form eines digitalen Studienführers, dem ZfL Peer-Mentoring Lehramt und einem zweiteiligen Workshop zur berufsbiografischen Reflexion sollen die LaB-Studienanfänger*innen im Kontextwechsel hin zum universitären Studium unterstützen. Elemente der digitalen Studieneingangsphase werden vorgestellt und können mit den Tagungsteilnehmer*innen anhand der eigenen Erfahrungen mit digitalen Lehr-Lernformaten diskutiert werden.

Fachdidaktisches Projektstudium

Tobias Hallenberger (Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Der Erwerb einer umfassenden Handlungskompetenz bedingt gemäß der KMK Strategie „Bildung in der Digitalen Welt“, dass der Kompetenzerwerb in berufsbildenden Schulen im Kontext von digitalen Arbeits- und Geschäftsprozessen angelegt sein muss. Angelehnt an die Forderungen der KMK entwickeln die Studierenden im fachdidaktischen Projektstudium kollaborativ eine Unterrichtsreihe zu einer Digitalisierungsthematik ihrer beruflichen Fachrichtung. Begleitend unterstützt werden sie hierbei durch die jeweiligen Fachdidaktikausbilder*innen der Praxisphase III. Die Ergebnisse der Studierenden werden gemeinsam an einer Abschlussveranstaltungen mit den Fachdidaktikausbilder*innen sowie interessierten Lehrer*innen des „Digitalen Dienstag“ des Medienzentrum Darmstadt reflektiert. Der Beitrag liefert einen Einblick in die konzeptionelle Gestaltung der Veranstaltung sowie exemplarische Projektergebnisse der Studierenden.

Zurück zum Programm

Einführung in die Vernetzung

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer (FB Mathematik)

Deutschlandweit wohl einmalig ist der Vernetzungsbereich für das gymnasiale Lehramtsstudium, der im Jahr 2017 an der TU Darmstadt neu geschaffen wurde.

Er fügt den drei klassischen Säulen der Ausbildung (zwei Fächer und Grundwissenschaften) eine vierte Säule hinzu. Sie besteht aus Modulen, welche in besonderem Maße fächerübergreifende Aspekte thematisieren sowie die drei klassischen Säulen miteinander vernetzen und damit ihren Zusammenhalt stärken. Einige dieser Module wurden im Rahmen von MINTplus speziell für den Vernetzungsbereich konzipiert, andere wurden entsprechend umgestaltet.

In diesem einführenden Teil unserer Präsentation stellen wir den Vernetzungsbereich vor. Neben der Fortentwicklung seiner Module steht in der zweiten Phase des MINTplus²-Projektes die engere Vernetzung der Module untereinander im Vordergrund. Sie lebendig werden zu lassen ist das Ziel der folgenden Teile der Präsentation des Vernetzungsbereichs.

Zurück zum Programm

Ankerthema „Erkenntnis und Modell“

Die verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen haben sehr unterschiedliche Konzepte für Erkenntnis- und Modellbildung entwickelt und entwickeln sie auch stetig weiter. Die Konzepte jeder Fachrichtung haben spezifische Grenzen, die die Erkenntnismöglichkeiten in dieser Fachrichtung bestimmen, dabei besteht die Gefahr, dass „Disziplingrenzen zu Erkenntnisgrenzen“ werden [vgl. Mittelstraß 2005, S. 18]. Unsere These ist, dass kritische Beurteilung von Erkenntnissen ein tieferes Verständnis der verschiedenen Zugänge erfordert. Der Vernetzungsbereich ermöglicht den Studierenden ein disziplinübergreifendes Verstehen.

Vertreter*innen des Ankerthemas diskutieren die Thematik aus ihrer jeweiligen Fachkultur heraus.

Im Zentrum stehen die Module

  • Digitalität als Praxis in den Geisteswissenschaften (Prof'in Dr. Andrea Rapp, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft)
  • Zentrale Ideen und Werkzeuge MINTplus (Prof. Dr. Karsten Weihe, Fachbereich Informatik)
  • Erkenntnismethoden der Naturwissenschaften (Jana Tampe, Fachbereich Physik)
  • Pädagogisches Verstehen von Naturwissenschaft und nachhaltiger Entwicklung (Christine Winkler, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Zurück zum Programm

Ankerthema „Medien“

(Digitale) Medien können in Lern- und Bildungsprozessen vielfältig eingesetzt werden, denn es kann mit ihnen, durch sie, über sie und „in ihnen“ gelernt werden. In dieser Diskussion/Diskussionsrunde soll deshalb, ausgehend von ersten Begriffsklärungen (Medien/Medium/Digitalisierung), die zentrale These diskutiert werden: Digitale Medien weisen erhöhte und zugleich ambivalente Potenziale für die Vernetzung im MINT-Bereich auf, insbesondere im Hinblick auf die Bereiche Kommunikation, Partizipation, Gestaltung und Teilung von Wissen.

Anhand zweier exemplarischer Tätigkeitsfelder (Geschichte, Bewegung) werden diese Aspekte anschaulich und mit mediendidaktisch-kritischer Begleitung diskutiert.

Im Zentrum stehen die Module

  • Geschichte vernetzt (Miriam Grabarits, Institut für Geschichte)
  • Körper und Bewegung (Prof. Dr. Josef Wiemeyer, Institut für Sportwissenschaft)
  • Medienpädagogik (Seher Hüner und Marcella Haller, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik)

Zurück zum Programm

Ankerthema „Sprache“

Sprache ist zentral im Vernetzungsbereich: Ausbildung und Reflexion von Fachsprachen, Bedeutung von Sprache für Kommunikation und Bildung, aber auch Präzisierung von Sprache als Weg zu genauem Denken. Davon ausgehend eignet sich das „Ankerthema Sprache“ in vielfältiger Weise dazu, Bezüge zwischen verschiedenen Modulen des Vernetzungsbereichs herzustellen.

In dieser Präsentation lassen wir die Auseinandersetzung mit dem Thema Sprache lebendig werden und zeigen auf, wie daraus Vernetzungen erwachsen.

Im Zentrum stehen die Module

  • Mathematik als gemeinsame Sprache der Naturwissenschaften (Prof. Dr. Burkhard Kümmerer und Sandra Lang, Fachbereich Mathematik)
  • Fachsprachen MINTplus in mehrsprachigen Klassen (Lea Luise Kimmerle, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft)
  • Technikphilosophie, Philosophie der Lebenswissenschaften (Andreas Brenneis, Institut für Philosophie)
  • Zentrale Ideen und Werkzeuge MINTplus (Svana Esche, Fachbereich Informatik)

Zurück zum Programm

Diskussionsforen der Ankerthemen

An die Präsentation der Ankerthemen schließen sich drei parallel stattfindende Diskussionsforen zu jeweils einem Ankerthema mit deren Vertreterinnen und Vertretern an. Hier können Sie sowohl Fragen zu den Ankerthemen als auch zu den beteiligten Modulen mit den jeweiligen Modulverantwortlichen im informellen Rahmen diskutieren. Ein Wechsel zwischen den Diskussionsforen ist jederzeit möglich.

Diskussionsforum „Erkenntnis und Modell“

Diskussionsforum „Medien“

Diskussionsforum „Sprache“

Zurück zum Programm

WS 1: Diese Aufgabe verstehe ich nicht! – Heterogenität beim Physiklernen

Dr. Thomas Trebing, Prof.'in Dr. Verena Spatz (FB Physik, TU Darmstadt)

Physik ist eines der unbeliebtesten Schulfächer, das Schüler*innen oft so schnell wie möglich abwählen. Offenbar gelingt es im traditionellen Unterricht vielfach nicht, die Schüler*innenschaft in der Breite anzusprechen. Heterogenität ist damit beim Physiklernen schon im Hinblick auf das Ziel zentral, mehr Schüler*innen abzuholen und mitzunehmen. Im Workshop wollen wir diese Herausforderung ausgehend von der Aussage: „Diese Aufgabe verstehe ich nicht!“, mehrperspektivisch betrachten.

Im ersten Teil werden wir mögliche zugrundeliegende Schwierigkeiten im lerntheoretischen Bereich sowie im fachdidaktischen Bereich identifizieren und Lösungsansätze entwickeln. So könnten neben fachlichen Problemen etwa emotionale, motivationale oder organisatorische Schwierigkeiten eine Rolle spielen. Diesen verschiedenen Hürden werden wir Ansätzen zuordnen, die in der Physik zur Bearbeitung angesetzt werden. Zur Strukturierung der unterschiedlichen Perspektiven wird das Modell der vier Säulen („Stolperstein Mathematik“, Friedevold u.a. 2018) aus der Mathematik in die Physik übertragen.

Im zweiten Teil werden wir die Überlegungen auf weitere klassische Heterogenitätsdimensionen (Geschlecht, Herkunft, Beeinträchtigung) erweitern und mögliche Übungen für die Lehrer*innenbildung oder Tutor*innenschulung kennenlernen. Aus der Antirassismusarbeit wurde beispielsweise im Projekt KI²VA, Schwerpunkt Tutorielle Lehre, die Übung „Wie im richtigen Leben“ für die Universität angepasst und zusätzlich als Selbstlerneinheit digital bereitgestellt.

Zurück zum Programm

WS 2: Differenzreflexive Sportdidaktik: „Das kann wirklich nicht jeder!“

Dr. Kathrin Schulz, Dr. Olga Zitzelsberger (Institut für Sportwissenschaft, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik, TU Darmstadt)

Dem Sportunterricht werden vielfältige positive Wirkungen auf Sozialisations-, Identitäts- und Bewegungsprozesse zugeschrieben. Dabei ist der Körper der Schüler*innen sowohl Ziel als auch Medium sportunterrichtlicher Leistungs-, Erziehungs- und Bildungsziele. Behinderung, Geschlecht und Migration werden im Sportunterricht unausweichlich körperlich öffentlich sichtbar und beeinflussen in einem hohen Maß, das eigenleiblich/individuelle schulsportliche Erleben der Schüler*innen: z. B. als Verängstigungs- und Beschämungsgrund oder als Quelle einer lustvollen Kompetenzerfahrung körperlicher Leistungsfähigkeit. Nicht zuletzt ist es die Lehrkraft, die auf Wahrnehmung und Deutung körperbezogener Heterogenität einen nachhaltigen Einfluss auf Schüler*innen haben. Die (bewusste) Einflussnahme ist voraussetzungsvoll und soll im Workshop erkundet werden:

  • Was kann eine heterogenitätssensible Lehrkraft wissen?
  • Was muss eine Sport-Lehrkraft können?
  • Was sollte sie wollen?

Zurück zum Programm

WS 3: „Race, Class, Gender und Co. – Diversität im Geschichtsunterricht“

Dr. Detlev Mares, Miriam Grabarits (Institut für Geschichte, TU Darmstadt)

„Gleichheit und Verschiedenheit“ waren und sind „signifikante Triebkräfte der Geschichte“ (Georgi/Musenberg 2020, S. 37f.). Schaut man in die historische Forschung, gelten daher auch sogenannte Differenzkategorien (Race, Class, Gender etc.) bereits als etabliert, wie bspw. die Disability History oder die Queer History exemplarisch belegen. Inwiefern sind diese Kategorien aber auch speziell für den Geschichtsunterricht relevant? Wie lässt sich neben dem Verweis auf unsere pluralistischen Lebensformen des 21. Jahrhunderts das Arbeiten mit Differenzkategorien aus den spezifischen Zielen des Geschichtsunterrichts heraus begründen? Im Workshop wollen wir den reflektierten Umgang mit Differenzkategorien als Teil eines reflektierten Geschichtsbewusstseins verstehen und fragen, wie die Eingliederung in den Unterricht möglich ist. Die Durchsicht aktueller Lehrbücher lässt dabei bislang noch Zweifel an einem breiteren Aufgreifen dieser Thematik aufkommen. Dabei bietet die aktive Integration der Differenzkategorien – nicht nur auf der Subjektebene – im Geschichtsunterricht besonderes Potenzial: Auf der Sachebene können Praktiken des „doing difference“ nach Georgi und Musenberg über einen langen Zeithorizont hinweg rekonstruiert und gezielt zum Thema gemacht werden, was auch Anknüpfungen an aktuelle politische oder gesellschaftliche Debatten sowie das Fällen von Werturteilen erlaubt (vgl. Georgi/Musenberg 2020, S. 39). Gerade diese differenzreflexive inhaltliche Auseinandersetzung kann den Lernenden aufzeigen, dass soziale Differenzierungen und Ungleichheiten historisch bedingt und gesellschaftlich konstruiert sind – und sich deshalb auch verändern können bzw. wandelbar sind.

Gerade weil die historische (und gegenwärtige) Wirklichkeit von diesen Kategorien beeinflusst wurde, müssen sich auch „die Geschichten“, die im (Geschichts-)Unterricht „erzählt“ werden, ändern (vgl. Barsch/Degner/Kühberger/Lücke 2020, S. 11). Die Diskussion curricularer Bestimmungen ist dabei sicher ebenso nötig wie die Entwicklung konkreter Arbeitsmaterialien. Im interaktiven Workshop wollen wir deshalb, nach einer kurzen inhaltlichen Einführung zum Themenkomplex der Diversität in Geschichtsdidaktik und -unterricht, in Kleingruppen anhand konkreter Materialien den bisher vorherrschenden „inhaltlichen Leerstellen“ nachgehen, um anschließend Konzepte eines unterrichtspragmatischen Einsatzes von ausgewählten Differenzkategorien zu entwickeln. Alle Interessent*innen sind herzlich willkommen!

Zurück zum Programm

WS 4: Diversity goes Digital – Lebende Bibliothek online

Ein Workshop zu den Differenzkategorien wie Heteronormativität, Ethnizität/Rassismus, Dis-/Ability, Klassismus/Milieu und Intersektionalität/Mehrfachdiskriminierung

Die Lebende Bibliothek ermöglicht Begegnungen zwischen Minderheiten und Menschen, die (sich) zur Mehrheitsgesellschaft zählen. In einer Art Spiel, analog zu gängigen Bibliotheksregeln, schlüpfen Personen in die Rollen von „Lebenden Büchern“ bzw. „Leser*innen“.

Die Lebenden Bücher sind Menschen, die häufig nach obigen Differenzkategorien als „Minderheit“ klassifiziert werden. Sie stellen sich für Gespräche zur Verfügung, in denen über diese Kategorisierungen gesprochen werden kann. Leser*innen können sich je nach thematischem Interesse ein Lebendes Buch „ausleihen“, d.h. sie können in einen Dialog treten, Fragen stellen, Geschichten hören und austauschen. Die Begegnung im Dialog in einem geschützten Raum steht im Mittelpunkt des Workshops.

Die Lebende Bibliothek ist ein Instrument zur kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorurteilen. Im Gespräch mit einem Lebenden Buch erfahren Leser*innen nicht nur informatives über das Leben der Anderen. Vor allem geht es darum, miteinander statt nur übereinander zu reden, auch über Erfahrungen von Benachteiligung und Diskriminierung. Sie soll Vorstellungen und Einstellungen der Mehrheitsgesellschaft herausfordern, und dazu beitragen, diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Minderheitengruppen abzubauen.

Netzwerk ROPE e.V. hat seit 2010 über 20 Lebende Bibliotheken organisiert.

Zurück zum Programm