Internationalisierung im Lehramt

Mithilfe des QSL-Projekt „Internationalisierung im Lehramt. Interkulturelle Kompetenz durch Auslandsaufenthalte fördern.“ sollen die Studierendenmobilität sowie Erfahrungen in interkulturellen Kontexten gefördert werden.

Internationalisierung im Lehramt

Hintergrund

Migrationsbedingte Heterogenität in Schule und Unterricht ist ein zentrales Thema in der Lehrerbildung und hat vor dem Hintergrund einer sich wandelnden transnationalen Gesellschaft hohe bildungspolitische Relevanz. Menschen mit unterschiedlicher Herkunft prägen unsere Gesellschaft – und diese Vielfalt bildet sich in den Klassenzimmern ab. Die Anforderungen an zukünftige Lehrkräfte werden somit immer komplexer. Ein zentrales Ziel der Lehrer*innenausbildung ist es daher, eine Sensibilisierung für den Umgang mit migrationsbedingter Heterogenität in Schule und Unterricht anzustoßen und eine für sprachliche Vielfalt wertschätzende Haltung aufzubauen bzw. zu fördern.

Das Projekt „Internationalisierung im Lehramt“ ist in die gestuften Praxisphasen des neuen MINT-orientierten Studiengangs Lehramt an Gymnasien integriert und soll den Lehramtsstudierenden der TU Darmstadt die Möglichkeit zur Weiterentwicklung ihrer interkulturellen Kompetenzen eröffnen. Denn das Interesse der Studierenden, sich in diesem Bereich fortzubilden und auf den Schulalltag vorzubereiten, ist sehr hoch, was durch das zuletzt abgeschlossene QSL-Projekt „Umgang mit Heterogenität in der Praxisphase IV des Lehramtsstudiums“ gezeigt werden konnte.

Projektziele

Für dieses Projekt ergeben sich u. a. die Ziele, die Mobilität der Lehramtsstudierenden der TU Darmstadt zu erhöhen, interkulturelle Kompetenz zu fördern und eine wertschätzende Haltung im Umgang mit migrationsbedingter Heterogenität zu stärken. Dazu werden folgende Maßnahmen umgesetzt:

Maßnahmen

Auslandspraktika: Den Studierenden soll ein kurzzeitiger Aufenthalt im Rahmen einer curricular verankerten Praxisphase (gemäß den Auflagen bzgl. der Praktikumsdauer des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes) ermöglicht werden. Möglichen Sprach- und Orientierungsschwierigkeiten kann insofern vorgebeugt werden, als dass die angestrebten Schulkooperationen Deutsche Schulen sind und/oder gute Deutschkenntnisse seitens der Lehrkräfte im Ausland vorhanden sind. Durch Einführungsgespräche, organisatorische Unterstützung sowie Tipps zur Finanzierung (z. B. Untervermietung der Wohnung, Stipendienmöglichkeiten durch ERASMUS+ etc.) werden die Studierenden von Seiten der Projektkoordination des Zentrums für Lehrerbildung auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet.

Weiterhin werden unterstützend zur allgemeinpädagogischen bzw. fachdidaktischen Vor- und Nachbereitung der Praktika – durch die entsprechenden Institute – in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Interkulturelle Kompetenz Workshops entwickelt und durchgeführt, die die Studierenden auch inhaltlich auf die Auslandsaufenthalte vorbereiten. Außerdem nehmen die Studierenden auch im Ausland an der verpflichtenden Praktikumsbegleitung in Form eines ePortfolios teil und können somit Kommiliton*innen, die ihr Praktikum im Inland absolvieren, an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Der „Blick über den Tellerrand“ in ein anderes Schulsystem und andere kulturelle Gewohnheiten kann somit auch die Inlandspraktikant*innen bereichern.

Sowohl in der Praxisphase I als auch in der Praxisphase III sind Auslandspraktika als Äquivalent zum Inlandspraktikum an einer Schule möglich. Da die fünfwöchigen – auf Wunsch auch verlängerbaren – Praktika hauptsächlich in der vorlesungsfreien Zeit absolviert werden, ist mit dem Auslandsaufenhalt keine Studienzeitrverlängerung verbunden. Eine weitere Option besteht in der Absolvierung eines Auslandspraktikums während der Übergangszeit zwischen Studienabschluss und Referendariat, um z. B. Wartezeiten zu überbrücken.

International@home: Auch Studierenden, die einen Auslandsaufenthalt nicht in Betracht ziehen (können), soll durch das Projekt ein Einblick in andere Bildungssysteme und Kulturen ermöglicht werden. Hierzu wird ein Konzept geschaffen, das Lehramtsstudierende im Rahmen der Praxisphase II mit internationalen Studierenden zusammenführt. Die Lehramtsstudierenden könnten hierbei z. B. eine Mentor*innenrolle in der Veranstaltung PreCIS (Preparation Course for International Students) einnehmen, in der sie ausländischen Studierenden an der TU Darmstadt unterstützend inner- und außerhalb der angebotenen Kurse (z. B. Wissenschaftssprache Deutsch) zur Seite stehen.

Personalmobilität: Deutsche Schulen im Ausland, PASCH-Schulen (Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“) und Anadolu Schulen (Gymnasien in der Türkei mit einem verstärkten Deutschzweig), erhalten viele Praktikumsanfragen und sind daher an verbindlichen Absprachen und langfristigen Kooperationen interessiert, die durch persönliche Kontakte initiiert werden und damit nachhaltiger sind. Aufgabe der Projektkoordination ist es daher einerseits, das Projekt international zu bewerben und als Ansprechpartnerin für die ausländischen Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen. Anderseits besitzt die Koordination aber auch eine Vorbildfunktion für die Studierenden sowie den Auftrag, diesen die positiven und wertvollen Aspekte eines Auslandsaufenthalts nahe zu bringen und ggf. sogar Ängste vor einem Auslandsaufenthalt zu nehmen. Um dies zu ermöglichen, verbringt die Projektkoordination zur Vorbereitung des Projekts selbst einen Auslandsaufenthalt an einem der Kooperationsstandorte.

Kooperationspartner*innen

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Dezernat Internationales, KI²VA-Internationalität, dem Zentrum für Interkulturelle Kompetenz sowie verschiedenen Schulen im Ausland durchgeführt.